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Donnerstag, 24. September 2009

Widerstandsressourcen fördern Resilienz

"Bei Untersuchungen von so genannten resilienten Kindern wurden stets wiederkehrende Merkmale entdeckt.

Die persönlichen Merkmale sind u.a.:

Positives Selbstkonzept und Selbstbild
Vertrauen in die eigene Selbstwirksamkeit
Kognitive und soziale Fähigkeiten (z.B. gute Schulleistungen oder die Fähigkeit auf Menschen offen einzugehen)
Hohe Eigenaktivität (die Kinder sind in der Lage sich selber Hilfe zu organisieren)
Stabile und vertrauensvolle Beziehung zu mindestens einer Person
Selbstvertrauen und Selbstverantwortung
Hohe Leistungsmotivation (Ehrgeiz)

Merkmale einer resilienzfördernden Umwelt:

Warmes, offenes, ehrliches Familienklima
Soziales Umfeld, in dem das Kind angenommen und akzeptiert wird
Finanzielle und materielle Sicherheit
Die Umwelt (z.B. Raumgestaltung der Kita; Kinderzimmer) ist so gestaltet, dass das Kind seine
Selbstwirksamkeit erfahren kann und Erfolge erlebt
Sorgen, Wünsche und Gefühle des Kindes werden ernstgenommen
Die Umwelt ist so gestaltet, dass das Kind nicht unnötigen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt ist (z.B. Schmutz, falsche Ernährung)
Das Kind hat Vorbilder, die ihm ein friedliches und kompetentes Verhalten bei Konflikten vorleben u.v.m.

Man kann diese Merkmale auch Widerstandsressourcen nennen.

Diese Ressourcen unterteilen sich in personale, soziale und körperliche (physische) Ressourcen. Je mehr Ressourcen ein Kind in diesen Bereichen zur Verfügung hat, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es resilient ist und schwierige Situationen ohne Schaden übersteht.

Maßnahmen zur Unterstützung eines positiven Selbstkonzepts:

Möglichkeiten bieten, in denen das Kind seine Selbstwirksamkeit erfahren kann
Situationen schaffen, in denen das Kind garantiert durch eigenes Tun Erfolge erzielen kann (Kurz: Erfolgserlebnisse ermöglichen)
Herausforderungen bieten, bei denen das Kind gefordert wird und die es ohne Überforderung gut bewältigen kann.
Dabei motivierend zur Seite stehen
Nicht zu schnell eingreifen und dem Kind Freiraum zur eigenen Erprobung der Fähigkeiten ermöglichen
Dem Kind signalisieren, dass seine Leistungen geschätzt werden und seine eigenen Fortschritte loben, dabei nicht mit anderen Kindern vergleichen
Durch Nicken, Lächeln, Liebkosungen und Blicke zeigen, dass das Kind angenommen und geliebt wird, dass es willkommen ist."

Quelle: Nach einem Aufsatz von Renate Zimmer, http://www.erziehungswelten.de/2007-07/resilienz-und-salutogenese-was-macht-kinder-stark.html

Sonntag, 13. September 2009

GRR-GRD (generalisierte Widerstandsressourcen bzw. -defizite)

Ergänzend zum Konzept des Kohärenzgefühls (SOC) ist das Konzept der Widerstandsressourcen (GRR) von großer Bedeutung. Über den unten folgenden Link erhalten Sie eine gute Einführung in das Konzept:

http://www.reformhaus-fachlexikon.de/fp/archiv/krankheiten/Salutogenese.php

Dort lesen Sie:

"GRR = generalisierte Widerstandsressourcen: Neben dem SOC arbeitete Antonovsky ein weiteres Element der Salutogenese heraus, die generalisierten Widerstandsressourcen (GRR). Als generalisierte Widerstandsressourcen (GRR) bezeichnet Antonovsky sowohl individuelle (z.B. körperliche Faktoren, Intelligenz, Bewältigungsstrategien) als auch soziale und kulturelle Faktoren (z.B. soziale Unterstützung, finanzielle Möglichkeiten, kulturelle Stabilität), die als Ressourcen die Widerstandsfähigkeit einer Person erhöhen.Solche Widerstandsressourcen haben zweierlei Funktionen. Zum einen prägen sie kontinuierlich die Lebenserfahrungen und ermöglichen es, bedeutsame und kohärente Lebenserfahrungen zu machen, die wiederum das Kohärenzgefühl formen. Und zum anderen wirken sie als Potential, das aktiviert werden kann, wenn es für die Bewältigung eines Spannungszustandes erforderlich ist. Die Individuen unterscheiden sich darin, wie erfolgreich sie derartige Spannungszustände bewältigen. Das Coping-Konzept (Coping = Bewältigung) ist zentral für das Modell der Salutogenese. Stressoren können nicht (immer) vermieden werden, wichtig ist, wie mit belastenden Situationen und körperlichen Spannungszuständen umgegangen wird. Bei schlechter Spannungsbewältigung kann ein Stresssyndrom entstehen, und die Position auf dem Gesundheits-Krankheits-Kontinuum kann sich in Richtung Krankheit verschieben. Eine gute Stressbewältigung hat dagegen einen gesundheitsförderlichen Effekt.Die Rolle der Stressoren im Rahmen der GRR:Antonovsky postuliert, dass Stressoren einen Spannungszustand erzeugen, der darauf zurückzuführen ist, dass Menschen nicht wissen, wie sie in einer Situation reagieren sollen. Weiterhin definiert Antonovsky einen Stressor als ein Merkmal, das Entropie in ein System bringt; es handelt sich folglich um Lebenserfahrungen, die durch Inkonsistenz, Unter- oder Überforderung und fehlende Teilhabe an Entscheidungsprozessen gekennzeichnet sind.Antonovsky unterscheidet in Übereinstimmung mit anderen Autoren chronische Stressoren, größere Lebensereignisse sowie alltägliche Ärgernisse (im Englischen ”daily hassles”). Der Organismus reagiert auf einen Stressor mit einem Spannungszustand (tension), der pathologische, neutrale oder heilsame Auswirkungen haben kann.Antonovsky weist weiterhin darauf hin, dass die generalisierten Widerstandsressourcen negative Entropie in das System Mensch bringen, also die durch Stressoren ausgelöste Entropie abfedern. Sind nun ausreichend Widerstandsressourcen vorhanden, können Menschen ein starkes SOC ausbilden.Im ”inneren Milieu” des Individuums müssen diese verschiedenen GRRs koordiniert, gewichtet und organisiert werden. Ihre funktionale Gemeinsamkeit liegt wiederum in dem Kohärenzgefühl (sense of coherence) begründet, das zu einer erfolgreichen Spannungsbewältigung beiträgt."

Donnerstag, 3. September 2009

Anwendung der Salutogenese

Zur Anwendung der Salutogenese im Offenen Ganztag hat Eckhard Schiffer einen interessanten Artikel ins Netz gestellt, den ich Ihnen zur Lektüre empfehle.

"Schatzsuche im offenen Ganztag – Lerngesundheit durch Ressourcenorientierung"
http://www.lvr.de/app/resources/schatzsuchekk.pdf

Vgl. auch: http://www.beltz.de/de/verlagsgruppe-beltz/gesamtprogramm/titel/wie-gesundheit-entsteht.html?tx_felogin_pi1%5Bforgot%5D=1


Zur Person des Autors: http://www.eckhard-schiffer.de/

Weitere Infos zur Anwendung der Salutogenese:

http://www.socialnet.de/rezensionen/21.php (Kinder alkoholkranker Eltern)
http://www.kinderstarkmachen.de/index.php
http://www.oegkv.at/fileadmin/docs/Fachbereichsarbeiten/Kriechbaumer.pdf